Schilddrüsenpatienten und Corona

Was ist zu beachten?

Uns erreichen aktuell immer mehr Anfragen besorgter Schilddrüsenpatienten zum Thema Schilddrüse und Corona. Der derzeitige Informationsstand ist so, dass es bislang keine verbindlichen Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien zu den tatsächlichen Auswirkungen der verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen auf eine mögliche Corona-Infektion und umgekehrt gibt.

Nach jetzigem Wissensstand ist davon auszugehen, dass eine Schilddrüsenerkrankung für sich allein  weder das Ansteckungsrisiko erhöht, noch dass sich der Verlauf einer Corona-Infektion bei Schilddrüsenpatienten verschlechtert. Das gilt prinzipiell auch für Patienten, die Schilddrüsenmedikamente einnehmen, sich einer Operation oder Radiojodtherapie unterziehen bzw. unterzogen haben, oder die unter einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leiden. Insofern gehören Patienten mit einer Schilddrüsenerkrankung nicht automatisch zu einer sogenannten Risikogruppe für eine Corona-Infektion und sind vom Robert Koch-Institut auch nicht darunter aufgeführt (siehe unten). Vorsicht ist allerdings prinzipiell geboten, wenn z. B. eine medikamentös nicht oder nicht gut eingestellte ausgeprägte Schilddrüsenüber- oder  -unterfunktion besteht, Schilddrüsenpatienten z. B. zur Behandlung der endokrinen Orbitopathie beim M. Basedow  oder bei einer akuten Thyreoiditis Medikamente zur  Immunsuppression (z.B. Kortison) einnehmen, Patienten aktuell unter einer Schilddrüsenkrebserkrankung leiden,  oder zusätzliche Erkrankungen und/oder Risikofaktoren vorliegen.

Als Risikofaktoren für schwere Krankheitsverläufe gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts aktuell:

  • ältere Personen
    (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren; 86 % der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre alt oder älter [Altersmedian: 82 Jahre])
  • männliches Geschlecht
  • Raucher (schwache Evidenz)
  • stark adipöse Menschen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, ohne Rangfolge:
    • des Herz-Kreislauf-Systems
      (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • chronische Lungenerkrankungen
      (z. B. COPD)
    • chronische Nieren- und Lebererkrankungen
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem
      (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z. B. Cortison)

Unter Beachtung den gelten Hygieneregeln finden unsere Schilddrüsensprechstunden ebenso wie unsere Schilddrüsenoperationen in gewohnter Weise statt.