Brustdeformitäten

Die häufigsten angeborenen Brustfehlbildungen sind die tubuläre Deformität, das Poland-Syndrom und das Amazonen-Syndrom bzw. die Asymmetrie.
Bei der ein- oder beidseitigen tubulären Deformität kommt es in unterschiedlicher Ausprägung zum mangelnden Wachstum der unteren Brustanteile mit schlauchartiger Veränderung der Brust und übergroßem und vorgewölbtem Brustwarzenhof.
Beim Poland-Syndrom fehlt das gesamte Brustvolumen mit dem darunterliegenden Brustmuskel auf einer Seite.
Das Amazonen-Syndrom beschreibt bei regelrechter Muskulatur die fehlende Ausbildung der Brust auf einer Seite.

Therapiemöglichkeiten

Häufig wird versucht, die Deformität durch Füllmaterial im BH zu kaschieren. Die professionelle Möglichkeit ist die im Sanitätshaus erhältliche, Epithese, eine von außen aufzulegende Silikoneinlage. Die operative Korrektur bietet die Aussicht, auf derartige Hilfsmittel verzichten zu können.

Operation

Bei der Operation wird in Vollnarkose das fehlende Brustvolumen durch das Einsetzen eines entsprechenden Silikonimplantats ausgeglichen. Bei geringerer Ausprägung kann mittels Eigenfetttransplanation eine Vergrößerung erreicht werden. Zusätzlich zur Volumenkorrektur ist es, abhängig von der Fehlbildung, notwendig auch den Hautmantel oder die Brustwarze zu korrigieren, zu straffen oder anzupassen, um eine wohlgeformte Brust herzustellen oder der gesunden Seite anzugleichen.

Nachbehandlung

Nach dem ersten Verbandswechsel wird ein angepasster Stütz-BH zur schonenden Entlastung angelegt. Dieser BH stützt für die nächsten 6 Wochen die operierte Brust. Sportliche Aktivitäten bzw. körperliche Belastungen sollten in diesem Zeitraum unterbleiben. Das Nahtmaterial wird 2 Wochen entfernt. Ab diesem Zeitpunkt ist die Narbenpflege mit täglicher Anwendung von fetthaltigen Salben ratsam. Auch sollte  eine intensive UV-Exposition in den ersten sechs Monaten vermieden werden, um eine kaum sichtbare Narbe zu hinterlassen.

Risiken

In seltenen Fällen verhärtet sich die körpereigene Ummantelung des Silikonimplantates und es bildet sich eine Kapselfibrose aus.