Ohrkorrektur für mich oder mein Kind

Die am häufigsten vorkommende Fehlbildung – das abstehende Ohr – entsteht durch eine angeborene Verformung oder ungleiches Wachstum einzelner Knorpelanteile.

Abstehende Ohren – oftmals auch als "Jumbo-Ohren" bezeichnet – verursachen bei Kindern und Erwachsenen oft psychische Minderwertigkeitskomplexe und Angst vor Verspottung. In einigen Fällen sind auch Persönlichkeitsstörungen Folgen von abstehenden Ohren.

Die Ohren stehen zwar nicht im Mittelpunkt des Gesichts, bilden aber dessen Rahmen. Das Aussehen der Ohrmuscheln beeinflusst den Gesamteindruck des Gesichtes.

Mit der ästhetischen Ohrkorrektur (Otopexie) können die Ohrmuscheln in Form und Größe verändert werden. Zusätzlich können zu weit abstehende Ohren, sogenannte Segelohren, näher an den Kopf angelegt werden. Die Erschaffung einer standardmäßigen Ohrmuschel ist nicht das Ziel der Korrektur, die individuellen Merkmale werden beibehalten und lediglich unschöne Details korrigiert.

Operationsverfahren

Durch eine plastisch-chirurgische Operation lässt sich der Ohrknorpel in seiner Form verändern und das Ohr anlegen. Dieser Eingriff wird in der Regel ab dem Vorschulalter durchgeführt. Meist werden Kinder im Alter zwischen 4 und 12 Jahren behandelt. Die Ohren erreichen ihre endgültige Größe bereits im Alter von 4 Jahren. Die Verfahren sind sowohl für Erwachsene als auch für Kinder grundsätzlich identisch.

Als Zugangsweg wählen wir in der Regel einen Schnitt an der Vorderseite des Ohres in der Falte der Ohrmuschel. Über diese Schnittführung kann der Knorpel unter Sicht am besten geschwächt und modelliert werden. Fäden halten ihn in der gewünschten Stellung. Die Haut wird mit einer fortlaufenden Naht verschlossen. Die in die Falte gelegte Narbe ist fast unsichtbar. Gelegentlich ist der Chonchaknorpel zu ausgeprägt, dann kann die Schnittführung auch an der Hinterseite des Ohres gelegt werden.
Am Ende des Eingriffs wird für 2–3 Tage ein Kopfverband angelegt.

Die Operation kann bei Erwachsenen und älteren Kindern in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Für Kinder im Vorschulalter empfehlen wir jedoch eine Vollnarkose. In der Regel wird der Eingriff ambulant durchgeführt.

Nach der Operation

Der nach der Operation auftretender Wundschmerz lässt sich mit Medikamenten lindern und hält in der Regel nur einen Tag an. Die leicht bläuliche Verfärbung und die Schwellung sind innerhalb einer Woche rückläufig. Wie bei jedem operativen Eingriff sind auch bei Einhaltung allergrößter Sorgfalt Komplikationen möglich. Exemplarisch seien hier die Möglichkeit einer Blutung bzw. Nachblutung genannt, des Weiteren können Durchblutungs-, Wundheilungs- und Sensibilitätsstörungen, Infekte, Asymmetrien, störende Narben bzw. Wulstnarbenbildung oder Fadengranulome auftreten.

Der angelegte Verband verbleibt bis zur Kontrolle und darf von Ihnen nicht gewechselt werden. Nachdem der Verband von uns abgenommen wurde, sollte nachts 4 Wochen lang unbedingt noch eine Mütze oder ein Stirnband getragen werden, damit es zu keiner Abknickung der Ohrmuschel kommt. Kindern empfehlen wir das Stirnband auch beim Schulsport zu tragen. Sport ist für etwa sechs Wochen zu vermeiden. Sie müssen mit einer Arbeitsunfähigkeit von für 3–4 Tagen rechnen.

Das Aufklärungsgespräch

Auf die näheren Umstände, die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Behandlung, auf andere in Betracht kommende Behandlungsmöglichkeiten sowie auf Vor- und Begleiterkrankungen, die das Behandlungsrisiko erhöhen, gehen wir im Aufklärungsgespräch ein.

Wir zählen die Risiken hier nicht im Einzelfall auf, weil wir meinen, dass sie für Ihre Entscheidung nicht von bestimmender Bedeutung sind.

Bitte fragen Sie uns nach allem, was Ihnen wichtig erscheint.

Wir beraten Sie gerne!