Bauchdeckenstraffung / Abdominoplastik

Übergewicht und Schwangerschaft führen zu einer Vergrößerung des Bauchumfanges. Unsere Haut passt sich dem Bauchumfang an, im schlimmsten Fall kommt es zur Bildung von Rissen oder Schwangerschaftsstreifen (Striae) in der Bauchhaut. Unter der Bauchhaut und dem Fettgewebe liegt die Bauchmuskulatur, die ebenfalls gedehnt wird.

Nach Gewichtsreduktion oder erfolgter Geburt reicht die Elastizität der Bauchhaut und der Bauchmuskulatur mitunter nicht mehr aus, um sich komplett zurückzubilden.
In ausgeprägten Fällen verbleibt eine Fettschürze, die sich nur begrenzt durch Diät oder Sport weiter abbauen lässt. Häufig führt die Überdehnung der Bauchmuskulatur zu einer Bauchwandschwäche oder zu einem Auseinanderweichen der Bauchmuskulatur (Rektusdiastase) und einem erschlafften und faltigen Bauch. Auch mit intensivem Bauchtraining ist dieses meist nur bedingt beeinflussbar.

Eine ästhetische Bauchstraffung verbessert Ihr gesamtes äußeres Erscheinungsbild. Durch die Straffung der Bauch- und Taillenregion entstehen schöne Körperkonturen. Bestehende Schwangerschaftsstreifen können gleichzeitig entfernt werden.

Was sind die Therapiemöglichkeiten?

Intensives körperliches Training allein kann die Masse des Bauches verringern und die Bauchmuskeln stärken. Die gedehnte Haut ("Schwangerschaftsstreifen"!) kann sich jedoch zumeist ohne operative Behandlung nicht ausreichend von allein zusammenziehen. Eine Fettabsaugung, die bei oberflächlicher Anwendung nachweislich eine gewisse Hautkontraktion bewirken kann, ist jedoch zumeist nicht in der Lage, ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen wie eine Bauchdeckenplastik, zumal auch die überdehnte Bauchdeckenmuskulatur unbehandelt bleibt.

Es gibt unterschiedliche Operationstechniken, die je nach Art und Ausmaß des Hautüberschusses angewendet werden und die die Narbenbildung beinflussen.

Die Narben können
1. waagerecht von Beckenkamm zu Beckenkamm,
2. W-förmig von Beckenkamm zu Beckenkamm,
3. ankerförmig (umgekehrtes T) verlaufen.

Vor der Operation

Um das Risiko von Wundheilungsstörungen zu vermeiden, sollten Sie als Raucher mindestens 4 Wochen vor Ihrem Termin das Rauchen einstellen.
Setzen Sie 14 Tage vor dem Operationstermin nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt blutverdünnende Medikamente ab und nehmen Sie keine Schmerzmittel mit ASS ein (Aspirin, Spalt, ...). Cremen Sie sich bitte am Operationstag nicht ein, da wir die Schnittführung einzeichnen müssen.

Was passiert bei der Operation?

Bei einer Bauchdeckenplastik werden die auseinandergewichenen Bauchmuskeln gestrafft und überhängende, meist erschlaffte Haut und Fettgewebe entfernt. Nicht nur der Bauch wird dadurch dünner und fester, sondern auch die Taille. Möglicherweise wird der Nabel versetzt, um ein optisch schönes Ergebnis zu erzielen.

Gerade die Bauchdeckenplastik stellt hohe Anforderungen an den Operateur. Handwerkliches Können und Geschick sind erforderlich, die Narbe im Unterbauchbereich dort zu platzieren, wo sie von Bikini oder Slip verdeckt wird.

Zu Beginn wird ein langer Hautschnitt gesetzt, gut versteckt in der Bikinizone, vom einen zum anderen Beckenknochen reichend. Zusätzlich wird der Nabel mit einem kleinen kreisrunden Schnitt vom umliegenden Gewebe befreit. Bei der partiellen Bauchdeckenstraffung ist der Schnitt deutlich kleiner. Gelegentlich kann sogar auf den Nabelversatz verzichtet werden (Miniabdominoplastik). Über dünne Drainageschläuche können Blut und Wundwasser abfließen. Der Verschluss der Bauchwunde erfolgt mit feinen Nahtmaterialien.

Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Wir führen eine Bauchdeckenstraffung zu Ihrer eigenen Sicherheit ausschließlich stationär durch. Dadurch ist eine postoperative Überwachung durch professionelles und erfahrenes medizinisches Personal gewährleistet. Der Aufenthalt beträgt 2 bis 3 Tage.

Nach der Operation

Die während der Operation eingelegten Drainagen werden schrittweise in Abhängigkeit der Menge an Wundsekret in der Regel nach 2 bis 3 Tagen entfernt. Sie werden zur postoperativen Mobilisation zur entlastenden Unterstützung der Bauchdecke mit einem Bauchgurt versorgt. Dieser sollte 6 Wochen bei Belastung getragen werden. Sie sollten sich in den ersten Tagen nach der Operation möglichst viel Ruhe gönnen, um die Schwellung zu reduzieren. Eventuell entstandene Schwellungen, Blutergüsse und gegebenenfalls eine Taubheit der Haut bilden sich in den Wochen nach der Operation meist vollkommen zurück.

Zunächst ist die Hautnarbe gerötet und fest. Nach einigen Monaten wird die Narbe blasser und weicher. Mit der Narbenpflege durch geeignete rückfettende, parfümfreie Salben und Cremes kann ab der 3. Woche nach der Operation begonnen werden. Eine Sonnenexposition der Narbe ist in den ersten 12 Monaten zu vermeiden, um Pigmentverschiebungen zu verhindern und nur unter adäquatem UV-Schutz (Faktor 50+) möglich. In Abhängigkeit von der körperlichen Belastung können Sie nach 14 Tagen Ihre normalen Alltagsaktivitäten aufnehmen.

Sport ist nach ärztlicher Rücksprache nach etwa 6 bis 8 Wochen erlaubt. Sauna- und Dampfbadbesuche sollten Sie für einige Monate vermeiden. Des Weiteren bitten wir Sie, zur Vermeidung von Wundheilungsstörungen auf das Rauchen zu verzichten und keine blutverdünnenden Medikamente (z.B. Aspirin) einzunehmen. Deshalb sollten Sie 10 Tage vor der Operation damit aufhören und Ihren Arzt darüber informieren.

Was sind die Risiken / Komplikationen?

Wie bei jedem operativen Eingriff sind auch hier trotz Einhaltung allergrößter Sorgfalt Komplikationen möglich. Exemplarisch seien hier die Möglichkeit einer Blutung bzw. Nachblutung genannt, des Weiteren Durchblutungs-, Wundheilungs-, und Sensibilitätsstörungen, insbesondere Störungen des Lymphabflusses, Serombildung, Asymmetrien, störende Narben, Thrombosen und Embolien. Die letztgenannte Gefahr kann durch eine frühe Mobilisation nach der Operation sowie die Gabe von Heparin minimiert werden.

Bei der Entstehung unschöner Narben nach einer Wundheilungsstörung kann im Einzelfall eine operative Narbenkorrektur notwendig werden.

Das Aufklärungsgespräch

Wir können Ihnen hier nur einen allgemeinen Überblick geben. Auf die näheren Umstände, die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Behandlung, auf andere in Betracht kommende Behandlungsmöglichkeiten, sowie auf Vor- und Begleiterkrankungen, die das Behandlungsrisiko erhöhen, gehen wir im Aufklärungsgespräch ein.

Wir zählen die Risiken hier nicht im Einzelfall auf, weil wir meinen, dass sie für Ihre Entscheidung nicht von bestimmender Bedeutung sind.

Bitte fragen Sie uns nach allem, was Ihnen wichtig erscheint.

Wir beraten Sie gerne!