Chirurgische Therapie
Risiken einer Schilddrüsenoperation
Bei einem erfahrenen Operateur verläuft die Entfernung der Schilddrüse – ob ganz oder in Teilen – in der Regel komplikationslos. Im St. Agatha Krankenhaus Köln traten bei über 96 Prozent aller Operationen überhaupt keine Probleme auf, wobei komplizierte Eingriffe wie Krebsoperationen oder Wiederholungseingriffe eingerechnet sind. Das allgemeine Operationsrisiko für Lungenentzündungen, Thrombosen, Herzinfarkte usw. ist minimal und die OP-Sterblichkeit geht gegen Null.
Mögliche Komplikationen bei Schilddrüsenoperationen treten in guten Kliniken in einer Gesamthäufigkeit von maximal 5 Prozent auf. Sie bestehen im Wesentlichen in Wundheilungsstörungen, Nachblutungen, Blutergussbildungen, Schädigungen der Stimmbandnerven oder Störungen des Kalziumstoffwechsels. Im Einzelnen bedeutet das:
Bei jeder Operation kann es durch eine Entzündung zu einer gestörten Wundheilung kommen. Das Risiko ist bei Schilddrüsenoperationen minimal. Unter lokalen Behandlungsmaßnahmen heilen Wundheilungsstörungen fast immer folgenlos aus.
Kleinere Blutungen oder eine Blutergussbildung treten nach jeder Operation auf. Nach einer Schilddrüsenoperation kann es durch einen Bluterguss zu unangenehmen Druckgefühlen oder zu Problemen beim Atmen kommen. Solche Blutergüsse werden operativ entfernt. Dazu wird der bereits bestehende Hautschnitt wieder geöffnet und die Blutung chirurgisch gestillt. Solche Operationen hinterlassen in der Regel keine Folgeschäden. Lebensbedrohliche Blutungen und solche, die eine Fremdblutgabe erfordern, sind sehr selten.
An der hinteren Schilddrüsenkapsel liegen auf jeder Seite zwei etwa linsengroße Nebenschilddrüsen. Diese kleinen Drüsen bilden das Hormon Parathormon, das den Kalziumstoffwechsel im Körper reguliert. Bei einem Mangel an Parathormon kommt es u.a. zu einem Abfall der Kalziumkonzentration im Blut. In der Folge können Missempfindungen wie Kribbelgefühle oder Muskelkrämpfe auftreten. Der Kalziummangel kann durch Einnahme von Kalzium- und Vitamin-D-Tabletten in der Regel gut behandelt werden.
- Stimm- und Sprachstörungen
Die Stimmbandnerven verlaufen unmittelbar hinter der Schilddrüse zum Kehlkopf und sind daher bei jeder Schilddrüsenoperation in Gefahr. Durch moderne Operationstechniken und die Verwendung technischer Hilfsmittel zur intraoperativen Funktionsdiagnostik ist das Risiko für eine dauerhafte Schädigung der Stimmbandnerven oder dauerhafter Heiserkeit minimal und liegt in exzellenten Kliniken unter einem Prozent.
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